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Historie: Juli 2006, eine Idee wird geboren

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Die Welt des Trampens entdeckten Marcel und Malte während eines Kurztrips durch Europa kennen und lieben. Schräge Charaktere und unvergessliche Bekanntschaften sorgten dafür, dass der Daumen fortan als Hauptfortbewegungsmittel eingesetzt wurde. Auf einer Rundreise um die französische Insel Korsika sahen die beiden an mehreren Tagen jeweils zwei andere Tramper am Straßenrand auf einen Lift wartend stehen. Sehr gern hätten die beiden – mit einem Rucksack voller Erlebnisse und Geschichten – sich mit den zwei unbekannten Trampern abends bei einer Flasche Wein am Strand ausgetauscht und über die Kuriositäten des Autostoppens unterhalten.

Leider kam es nie dazu, stattdessen überholte man sich wieder und wieder auf den korsischen Landstraßen. Die Idee des Tramprennens war geboren: mehrere Teams liefern sich ein Rennen per Anhalter auf Europas Straßen, abends trifft man sich an einem vereinbarten Ort, genießt die Zeit und macht sich am darauffolgenden Tag auf den Weg zur nächsten Etappe. Wer am Ende die meisten Etappen für sich entscheiden konnte, erhält eine gold angemalte Pappkrone und einen TetraPak Wein.

Oktober 2006, das erste Tramprennen

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Keine drei Monate später stehen wirklich zwei Teams an der Autobahnauffahrt im italienischen Bologna. Nach einer Fahrt mit Münzgeld schmeißenden Mexikanern auf Mautstationenpersonal und einem rundköpfigen Mafiosi-Opi im mit weißem Leder bezogenen Jaguar endet die erste Etappe für Tim und Malte in einem stilvoll eingerichteten Appartment einer Hospitality Club Familie, bei denen auch Vedran und Moritz unterkommen, nachdem sie tagsüber von einem Neunjährigen Nachhilfeunterricht in englisch erhalten haben. Die zweite Etappe wird spontan festgelegt und endet bei Vedrans Cousin im slowenischen Ljubljana. Zwei Jahre wird Slowenien als tramperunfreundliches Land von beiden Teams verflucht, bis sich der schlechte Ruf auf dem Tramprennen 2009 relativiert. Schnell voran kommen die Vier in jedem Fall nicht. Über Wien und Berlin ging es im weiteren Verlauf mit partieller Unterstützung der Bahn zurück nach Deutschland. Sehr viel Spaß in allen Städten und auf der Straße schreien übereinstimmend nach einer Wiederholung des Tramprennens unter den Vieren.

August 2008, das Tramprennen erhält den Zusatz "Viva con Agua"

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Fast zwei Jahre später, nach persönlichen Neuorientierungen und Auslandsabstinenz taucht der Begriff „Viva con Agua“ zum ersten Mal im Wortschatz von Malte auf: eine Hamburger Charity Organisation, die sich auf völlig durchgeknallte, spaßige und kreative Ideen spezialisiert hat und mit dessen Erlösen Trinkwasserprojekte in Entwicklungsländern finanziert. Was für eine großartige Sache! Erinnerungen an schöne Momente und abgefahrene Situationen vom Oktober 2006 werden wach, eine Neuauflage des Tramprennens muss her – diesmal für Viva con Agua. Wenig später steht ein vierköpfiges Organisationsteam um Hauke, Tim, Malte und Tobi, der zufällig im selben Studium wie Hauke steckt und Viva con Agua schon seit dessen Anfängen mit aufgebaut hat. Eine gute Basis ist geschaffen. Nach Zaragoza zur Expo 2008 mit dem Thema „Wasser und nachhaltige Entwicklung“ soll es gehen, 2500km über die Schweiz und Frankreich nach Spanien – für sauberes Trinkwasser. Am 23.August haben sich wirklich 5 Teams bestehend aus 12 Trampern gefunden, die die lange Reise per Anhalter zurücklegen wollen. Das Tramprennen 2008 wird legendär und hat mit „Käptn Karacho & seiner Crew“ nach 14 Tagen auch einen würdigen Gewinner. Ausgeraubt am Strand von Nizza, übernachtet im Parque de Ciutadella in Barcelona, eingeladen von französischen Hippies in Montpellier und den Betreibern des deutschen Expo-Pavillons in Zaragoza, eine Mitfahrt bei der US-amerikanischen Metalband Pro-Pain und Schweizer Drogendealern sind nur einige der vielen Ereignisse, die den August 2008 für alle Tramper zu einem denkwürdigen Sommer werden ließen.

August 2009, Viva con Agua Tramprennen von Kiel nach Kroatien

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14 Teams und 34 Tramper machen sich am 18.August an der Kieler Förde auf den Weg in das im Süden von Kroatien gelegene Dubrovnik. Über Berlin, Prag, Linz, Trieste und Split liefern sich die Teams ein packendes Rennen auf der Autobahn, das letztlich vom Team „MrMrs SierraT“ für sich entschieden wird. Titelverteidiger Käptn Karacho gibt sich aber auch mit Platz zwei zufrieden. Über tramprennen.org verfolgen tausende Interessierte das Tramprennen über einen SMS Liveticker, die Moderatoren von delta radio und Radio Fritz rufen unterwegs immer wieder an, um sich über den Verlauf des Rennens zu informieren und Informationen über Viva con Agua einzuholen. Neben einem Flashmob in Linz und allabendlichen Zusammenkünften sind es einzelne Erlebnisse, wie die Mitfahrt bei einem ehemaligen kroatischen Geheimdienstler, die Fahrt in einem leeren 5 Sterne Reisebus oder auf der Rückbank von albanischen Sextouristen, die auch das Tramprennen 2009 zu einer großartigen Reise werden ließen. 2006 bestand die Konkurrenz während des Tramprennens noch aus einem Team, 2009 waren es bereits 13! Und 2010? Wer weiß das schon. Alle Teilnehmenden werden in jedem Fall auch 2010 ein Tramprennen erleben, das von schönen, stressigen, spannenden und ereignisreichen Momenten geprägt sein wird.

August 2010, per Anhalter von Hamburg nach Vama Veche Rumänien

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Wow! Aus einer Route wurden drei Routen, aus vormals 34 Trampern wurden 71! Das Ziel wurde noch einen Tick weiter nach Osten verschoben, statt Kroatien und der Adriaküste sollten sich die Teams einen Weg von Hamburg nach Vama Veche am Schwarzen Meer bahnen. Gute 2500km und 2 Wochen Reisezeit wurden für Viva con Agua und ein Trinkwasserprojekt in Ruanda zurückgelegt. Schon im Vorfeld waren alle fleißig und motiviert dabei und durch viele einzelne Spenden konnten knapp 11.000€ gesammelt werden. 1 Cent/km spendeten Freunde, Verwandte, Bekannte und Begeisterte des Tramprennens für sauberes Trinkwasser, nun waren die Teams ihren Einsatz noch schuldig. Wo sich 2008 noch 11 Leute am Treffpunkt Millerntorstadion auf St.Pauli einfanden, standen am Morgen des 23.August 31 Teams, bereit per Anhalter von Hamburg nach Rumänien zu trampen. Über 3 Routen und 6 Etappen ging es in den kleinen Ort Vama Veche am Schwarzen Meer, nahe der bulgarischen Grenze. Nach 3 Etappen trafen alle Routen in Budapest aufeinander, trennten sich für die kommenden 3 Etappen erneut, bevor sie in Vama Veche das feucht-fröhliche Wiedersehen feierten. Das Team Downgrade & Chance hatte am Ende die Nase vorn und konnte das Rennen vor dem Team Wataquate und Tofu & Hack für sich entscheiden! Die erlebten Geschichten sind endlos, die Erlebnisse unbeschreiblich und die Erinnerungen für immer in den Köpfen aller Teilnehmer!

Wir freuen uns auf 2011!