Die sechste Etappe des Tramprennens 2008 ging von Barcelona nach Zaragoza zur EXPO 2008 mit dem Thema “Wasser und nachhaltige Entwicklung”.
Platzierung der sechsten Etappe
Gesamtzwischenstand
Noch im Hostel einigten wir uns am späten Nachmittag auf eine gemeinsame Startbase, die laut Jupp (Josef) DIE HITCHBASE in Barcelona sein sollte! Aber erneut: Pustekuchen! DIE HITCHBASE entpuppte sich als eine Baustelle, die nur durch eine stressige Jagd durch die U-Bahnen und Umwege über lebensgefährliche Hecken zu Fuß zu erreichen war. Während sich die anderen durchs Unterholz durchschlugen und Team Sauerland plötzlich mitten in einem Dorf landete, wurden wir bequem mit dem Auto dort hingefahren (Janinas Fuß tat auch noch ganz schön weh…). Der Abend brach schon an und nach und nach trudelten alle Teams ein. Shit, hier kommen wir nie weg! Der Besitzer der 24 Stunden Tankstelle erzählte uns zu allem Übel, dass Hitchhiker hier normalerweise 2 Tage auf einen Lift warteten. Doch tatsächlich bekam Team Sauerland+K (O war ja weg) den ersten Lift, allerdings mit fraglichen Mitteln (Auto polieren?!). Sie schafften die unglaubliche Strecke von der Tanke bis zurück nach Barcelona (ha,ha:-)). Ein BMW fuhr vor und es sah schon fast so aus, als ob Steffi den zweiten Lift klar machen würde. Doch als den Fahrern klar wurde, dass Malte auch mit wollte, platzte die Chance und unter großem Gelächter unsererseits wurden sie zurückgelassen. Dann waren wir an der Reihe. Mit THC-Power direkt zur nächsten Raststätte. Lieber nicht weiter, denn die Leitplanke war manchmal schon ganz schön nah… .
[Bild nicht gefunden]Nach einer kurzen Regenerationspause brachte uns der nächste Lift (ein sehr sehr sehr kleiner Jeep) auch nur ein Stückchen weiter bis zur nächsten Raststätte. Dort trafen wir auf Team KiBet und Team Pro-pain. Für zwei Stunden wurde noch einiges unternommen nach Zaragoza zu kommen. Aber als die Nacht endgültig anbrach, wurde beschlossen, dass wir gestrandet sind und diese Nacht auf der Raststätte verbringen werden. Bei einem Abendmahl mit Toastbrot, Thunfisch und Tomatensauce auf die Faust, Wein aus dem Tetrapack, Weingummi und Powerriegeln auf dem noch warmen Asphalt vor der Tankstelle, erklärten wir einstimmig den Kinderspielplatz zu unserem Nachtlager. Kinderträume wurden wahr. Wie kleine Eroberer spannten wir eine Wäscheleine zwischen Rutsche und Aussichtsturm und errichteten unser Fort, der unsere Rucksäcke sicher umschloss. Nach ein bisschen Wippen und Rutschen legten wir uns zur Ruhe.
6:30: Haukes Weckruf vom Aussichtsturm ließ uns voller Schrecken aus dem Schlaf erwachen, so dass fast die Messer gezückt wurden! Und so schnell wie wir aufstanden, so schnell hatte auch schon Team Propain einen Direktlift zur Expo klar gemacht (2. Platz nach Team Sauerland, die einen Direktlift von Barcelona nach Zaragoza am Abend zuvor hatten).
Mit zwei Lifts kamen auch wir endlich zur Expo nach Zargoza (3. Platz, 12:15 Uhr). Vor dem Tor Torre del Agua standen wir dreckig, übermüdet und genervt von den Mitarbeitern der Expo, die kein Englisch beherrschen (!). Der Käpt’n haute auf den Tisch: “You–call–german pavillon–NOW!!!”
Nchdem wir unser Waffenarsenal unter dem Klohäuschen versteckt hatten, wurden wir wie Ehrengäste von der Hostess Ulrike vorbei an der zwei-Stunden-Warteschlange (gutes Gefühl) direkt in den deutschen Pavillon geführt. Nach gratis Bratwurst, Cola, einer Katzenwäsche im Waschbecken und einer kleinen Privatführung zusammen mit Team KiBet (4.Platz) durch den Pavillon, schwärmten wir aus, um mit unseren Flyern die Idee von VcA zu verbreiten. Die Flyer gingen weg wie warme Semmel!
[Bild nicht gefunden]Alle Flyer waren verteilt und wir besuchten einige Pavillons. Zu unserem Erstaunen fanden wir mehr Souvenirläden als Informationen zum Thema Wasser. Pakistan schmückte sich zum Beispiel mit einer Dönerbude (Döner 5eur!). Der einzige kritische Ansatz stellte eine Abendshow am Abend dar. Ein riesiger Papp-marche-eisberg auf dem Fluss teilte sich zu einer Bühne mit Projektionsflächen für aufwühlende, nachdenkliche Bilder untermalt von Sinphonieklängen.
Wir nutzten die Sperrstunde bis 3 Uhr voll und ganz aus. erklärten die Tunnelbrücke zur Tanzfläche und ließen Camille die Raupe über die Brücke kriechen bis wir von Sicherheitsbeamten gebeten wurden zu gehen. Denn die Sicherheitsbeamten hatten uns die ganze Zeit im Vollbild.
Um halb drei holten wir unsere Rucksäcke aus dem deutschen Pavillon begleitet von einem grimmig guckenden aber bestimmt herzensguten Wachmann.
Im portugiesischen Pavillon brannte noch Licht! Zwanzig Minuten hatten wir noch! Also rein, ein Glas Gratiswein in die Hand und wir schlossen schnell tanzend internationale Freundschaften! 3, 2, 1…3Uhr. Begleitet von den Sicherheitsmännern wurden wir beschwippst, barfuß und glücklich bis durch die Tore der Expo gebracht. Es fand sich wieder ein schöner Spielplatz, diesmal mit Schaukelelefanten und außerhalb der Wassersprinkler. Aber wo waren Raphael und Kai? Die netten Hostessen hatten uns auf eine Party eingeladen und man konnte annehmen, dass sie diesem leibreizenden Ruf gefolgt sind.
4. September 2008
Zaragoza: 7:30Uhr (heul, schluchz)
Käpt’n Karacho und seine Crew muss sich verabschieden. Der Flug nach Deutschland steht bevor. Aber halt: Eine Polizeikolonne (Ist es verboten auf Spielplätzen zu schlafen??) versucht sich uns in den Weg zu stellen! Wir wären gerne aufgehalten worden, aber leider lässt sich Käpt’n Karacho und seine Crew nicht aufhalten (ja, das war auch der letzte selbstherrliche Spruch:-)) und außerdem hatten wir keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen!
Nach traurigen aber herzlichen Verabschiedungsszenen trennten sich hier unsere Wege.
Leider können wir noch nicht sagen was die anderen machen. Einige wollten auch bald den Heimweg antreten, andere vielleicht noch weiter in den Süden Spaniens. Aber das werden sie euch dann sicherlich selbst berichten. Wir sind schon ganz gespannt und wären am liebsten noch ein Stück weiter mitgekommen! Denn nach 6 Stunden Busfahrt, 2 Stunden Flug und einer Stunde Zugfahrt zurück nach Deutschland wissen wir: Einmal Hitchhiker, immer Hitchhiker!!! Nächstes Jahr sind wir wieder dabei!
Kuss und Schluss.
Viva Con Agua!
Käpt’n Karacho und seine Crew (Franzi, Frank, Janina), die Gesamtsieger gehen von Bord!
St. Pauli wir kommen alle zusammen!
Schlusssprint
Welch ein herrlicher Dienstag Morgen!! Aufwachen und rekonstruieren was gestern geschah: Alle am Strand- Bier- Fussballspielen gegen “talien”- Janina schiesst das beste Tor ihrer noch jungen Karriere- ihr Fuss wird dick- mehr Bier- mega Band spielt am Strand- alle tanzen- 10/9/8/7/6/5/4/3/2/1- Ole hat Geburtstag!!!- druecken, kuessen, umarmen- Wein!- 3/2/1 ALLIGATOR!- alle zum Hostle- conny, hauke und marcel im taxi- keine weiteren Vorkommnisse.
Was gibts heute? 15h treffen wir uns am Hostle, bis dahin ist shoppen angesagt. Erste Zweifler melden sic ob es noch moeglich sei um diese Zeit nach Zaragoza zu kommen. Jupp kennst jedoch die Loesung all unsere Probleme: einen suuuuper Spot. Leider war das ein schlecht besuchte, im umbau befindene Tankstelle. Nach einer gewissen Wartezeit kamen dennoch alle weg. Wir – Team KiBeT- haben dies jedoch der fairsten aktion des rennens zu verdanken. Das geschrumpfte Team Propain- Conny musste uns leider verlassen- nahm uns in ihrem Lift mit zu einer Raststaette, an der sich auch bald der Kaeptn und sein Anhang wiederfanden. Alle Beteiligten entschlossen sich am Rastplatz auf dem Spielplatz zu naechtigen.Die Stimmung war super, und wurde ausgelassen, als wir erfuhren, dass das weitentfernte Team Sauerland fischering Kai (auch Ole musste nach Hause) sich wieder in Barcelona befand.
“Gute Nacht Kaptn! Gute Nacht Malte! Ich hab dich lieb Crew! Traeum suess hauke! HDGDL marcel!” schallte es uber den Rasthof.Um 6h gings wieder los.Stephy und malte waren schnell weg, der Kaeptn und seine Crew so mittel schnell, und Team KiBeT hatte Zeit um neben einem Lift auch sich selbst zu finden. Der Lift war mit 2 Std schneller gefunden. Auf gings nach Lleida! Der zweite und letze Lift des Rennens war ein wirklich wuerdiger Abschluss! Ein Minibs mit drei reisewuetigen Englaendern! Die EXPO erreichten wir, wie erwartet als letzter und verspielten somit auf der Zielgrade noch unseren zweiten Platz! Der Tagessieg ging ans Team Sauerland fischering Kai, die ihren Namen umaendern in : “Die Ueberflieger”.
Auf der EXPO wurden wir vom Deutschen Pavillion begruesst. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschoen ans Bundesministerium fuer Wirtschaft und Industrie fuer die Einladung!
Nun sitzen wir hier alle zusammen und rekonsruieren was seit dem 23. Augustt geschah: Millerntor-neue Leute- Freund oder Feind?- Freiburg- Lausann- Hans und Pascal- Nizza- Turin fuer manche- Strand-Diebstahl.Montpellier-Buby- Barcelona-Park- Strand- Tankstellen- Zaragoza-Expo-Zufriedenheit-Lust auf mehr- Lust auf das Tramprennen 09!
Ich danke der Akademie und allen Beiteiligten!
Marcel
Zuallererst muss ich einmal loswerden: Trampen in Spanien ist Schmerz pur! Die Leute muessen ueberredet werden, um jeden Lift wird gebettelt und wenn man versucht ohne eine Raststaette voranzukommen, kann man ohnehin gleich wieder umdrehen…Wir haben es trotzdem geschafft!!
Per Anhalter von Hamburg nach Zaragoza, 2500km, 11 Tage, 6 Checkpoints, 12 Leute, sowie eine Menge Begeisterung und Enthusiasmus von allen Seiten.Es war ein Riesenspass und von unserer Seite auch sehr erfolgreich, alle 5000 Flyer konnten an den Mann gebracht werden (auch wenn 500 wahrscheinlich unter dem Diebesgut irgendwo in Nizza stecken…)!
In Barcelona haben wir uns mehr oder wengier aufgesplittet ueber nacht, einige haben die Jugendherberge genommen, andere sind bei Couchsurfing untergekommen und ein paar von uns haben direkt im Parque Ciutadella im Stadtzentrum geschlafen. Mit seinen vielen Strassenkuenstlern, kleinen Gaesschen und huebschen Fassaden, der Naehe zum Strand haben wir die Hauptstadt Kataloniens gleich ins Herz geschlossen. Ausserdem hab ich den wohl besten Jonglierladen der Welt getroffen und selbst eine Stunde Aufenthalt hat nicht gereicht, sich unter all den Keulen, Baellen und allerlei Spielkram auszutoben.
Der letzte Abend wurde dann am Strand gefeiert, begonnen mit einer Partie Beachsoccer gegen die italienische Auswahl, die vom VcA-Perspektivteam natuerlich auch gleich mit 3-1 weggeputzt wurde! Um 00.00 hatte unser Gruppenmitglied Ole auch noch Geburtstag, bei kubanischer Live-Musik haben wir also uns selbst und ihn bis tief in die Nacht gefeiert, um am naechsten morgen trotzdem topfit die letzte Etappe in Angriff zu nehmen!
Das hat leider nicht wirklich geklappt, da Steffi, Ole und ich alle 30 Minuten von der Sprenkleranlage im Park hin- und hergescheucht wurden und so vollkommen uebermuedet starteten.
[Bild nicht gefunden]Die Teams haben sich dann etwas geteilt, Ole und Conny mussten sich leider schon von Barcelona aus auf den Heimweg machen, deswegen fuhr mein Team nunmehr bestehend aus Steffi und mir fort und das Team Sauerland nahm Kai in seine Truppe auf und nannte sich fortan “Die Ueberflieger”. Vielen dank an euch beide, war eine Super-Zeit!!!
Der Start aus Barcelona raus lief alles andere als gut, die Raststaette lag 1h ausserhalb der Stadt, befand sich im Umbau und es dauerte gute 5 Stunden, bis alle Teams endlich unterwegs waren. Team Ueberflieger kam als erstes weg, aber als wir gegen 24uhr von der naechsten (und letzten Raststaette fuer diesen Tag) die Nachricht bekamen, dass die 3 wieder in Barcelona abgesetzt wurden, war die Freude gross, schliesslich war der zweite Platz noch immer voellig offen. Alle anderen Gruppen haben es sich nachts auf dem Spielplatz der Raststelle gemuetlich gemacht, um morgens dann munter Richtung Zaragoza zu fahren. Unter welchen Umstaenden auch immer, Team Ueberfliefer erreichte Zaragoza trotz Umweg ueber Barcelona doch noch vor Mitternacht in einem Kleintransporter und konnte die letzte Etappe fuer sich entscheiden!
Team Pro-Pain, bestehend aus Steffi und mir ueberredete gleich morgens um 7 einen Fahrer, uns mitzunehmen, gegen 10.30 waren wir als zweite vorm Eingang in Zaragoza und wurden freundlichst vom deutschen Pavillon in Empfang genommen. Vielen Dank an dieser Stelle an das Bunderministerium fuer Industrie und Wirtschaft, die Karten bereitstellte, wir unsere Flyer im deutschen Pavillon auslegen konnten und unsere Rucksaecke tagsueber lagern konnten!!Super-Aktion!!
Die Expo hatte viele interessante Ecken und Informationen zu bieten, allerdings enttaeuschten die Pavillons der einzelnen Laender auf ganzer Linie (der deutsche hingegen war super, informativ, unterhaltsam und dem Thema entsprechend), die ca. 250 vertretenen NGOs sorgten dafuer, dass “Wasser und nachhaltige Entwicklung” auch thematisiert wurden. Eine Glatte 6 geht allerdings an Pakistan fuer seinen Doenerstand, Oesterreich und seine Schneekugel, in der man Walzer tanzen kann oder Nepal fuer den Verkauf von Weihnachtsmaennern…Schade, deswegen haben wir uns nicht auf den Weg gemacht…! Die Nacht wurde vor dem Eingang der Expo verbracht und morgens war das Viva con Agua Tramprennen offiziell beendet!
[Bild nicht gefunden]Wir hatten riesige 2 Wochen und alle unsere Erwartungen wurden uebertroffen. Wir haben 5 verschiedene Laender durchquert, 5000 Flyer an den Mann gebracht, viele nette Leute getroffen, ca. 150 Lifts insgesamtin , in Parks, auf Raststaette, im Wald, am Strand und auf Spielplaetzen genaechtigt.
Wir hoffen, durch die erste grosse Aktion der Kieler Zelle und 2500km per Anhalter quer durch Europa auf die weltweite Trinkwasserproblematik aufmerksam gemacht zu haben, viele Leute erreicht zu haben und wuenschen uns, auch im naechsten Jahr wieder einige Teams auf unserer Mission auf die Reise zu schicken!
Danke an alle Leute, die sich das alles hier durchgelesen haben, danke an die vielen netten spontanten Helfer wie Boby aus Montpellier, Hans und Pascal aus Lausanne, die gleich alle 12 von uns in ihren Hauesern beherbergten, an das Black Forest Hostel in Freiburg fuer die Unterkunft, an alle Lifts, an die Crew vom deutschen Pavillon fuer die superfreundliche Aufnahme von 12 stinkenden und seit Tagen ungeduschten Trampern, an Tim und Chris fuer ihre Hilfe von Hamburg und Kiel aus, an den NDR fuer den Verleih der Kamera und die tolle Unterstuetzung, an das Bundesministerium fuer Wirtschaft und Industrie fuer die Tickets zur Expo und an alle Tramper, die 12 Tage Vollgas fuer Viva con Agua gegeben haben und so einiges dafuer auf sich genommen haben!! War echt super!!!
Malteee