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Per Anhalter zum Fest

„Wie komme ich bloß an mein Weihnachtsziel?“ titelte Deutschlands wichtigstes Schmierblatt angesichts chaotischer Verkehrsverhältnisse dieser Tage online. Die beste Antwort? Einfach den Daumen raushalten.

Es ist wieder Weihnachtszeit und jeder, naja fast jeder, will nach Hause zur Familie. Nur wie, wenn man kein eigenes Auto besitzt? Zum eh schon vorhandenen Weihnachtschaos gesellt sich dieses Jahr auch noch ein Dezember, den man getrost mal wieder Wintermonat nennen kann. Das führt in einem voll auf Erderwärmung eingestellten Land dazu, dass  fast alle Flüge ausfallen, die eh schon voll besetzten Züge aus allen Nähten platzen bzw. gar nicht mehr fahren und die Deutsche Bahn von der eigenen Nutzung abrät. Die einzig günstige Alternative ist da wohl die Mitfahrgelegenheit. Doch weit gefehlt, denn bei der Suche nach dem passenden Angebot macht sich schnell Ernüchterung breit. Entweder ist die Fahrt schon lange ausgebucht oder die Fahrer erdreisten sich, aufgrund der erhöhten Nachfrage unmenschliche Preise zu verlangen. Die soziale Komponente des Mitnehmens scheint bei vielen der reinen Profitgier gewichen zu sein. Was also tun?

Ich habe mich fürs trampen entschieden, nicht aus Tramprenn-Nostalgie, sondern aus ganz praktischen Gründen. Klar könnte einen die klirrende Kälte abschrecken, aber die nervt auch am Bahnhof. Und die Ungewissheit bezüglich des Ankommens? Wann hat man schon mal etwas mehr Zeit, wenn nicht zu Weihnachten? Und ankommen, das schafft man beim trampen bekanntlich immer. Den wenigen Nachteilen stehen nämlich einige wunderbare Vorteile gegenüber: Ich kann losfahren wann ich will, die Straßen sind voll mit potenziellen Lifts und gerade bei der Kälte kurz vor Weihnachten ist die Bereitschaft zum mitzunehmen um einiges größer. Vom Kostenvorteil will ich gar nicht erst sprechen. Bei mir hat es sich auf alle Fälle gelohnt: Ich bin sicher angekommen, habe mal wieder tolle Menschen kennengelernt und mit 5 Stunden für 360km nur unwesentlich mehr gebraucht, als mit anderen Verkehrsmitteln. Die längste Wartezeit hatte ich übrigens in Berlin, aber nicht am Rasthof, sondern am S-Bahnhof.

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