Interview K.O.

2008Gruppenbild

 

2008, Kid Rocks “All Summer Long” war ganze 8 Wochen auf Platz 1 der deutschen Singlecharts und Barrack Obama wird inmitten der Wirtschaftskrise zum Präsidenten der USA gewählt. Und zwischen all dieser Craziness trampte ein gutes Dutzend Hippies von Hamburg nach Saragossa. Natürlich um die Wette. Und zack das Tramprennen war geboren.

2017 wird nunmehr die 10. Auflage dieses wunderbaren Events stattfinden. Zeit mal die ersten Verrückten zu fragen wie und warum das alles überhaupt so lief.

Heute steht uns das Team K.O. Rede und Antwort.

Hallo liebes Team K.O.,

 

Erzählt doch mal ein wenig von euch. Wer seid Ihr? Was ist euer Lieblingsgemüse? Und so?

Ja, moin! Ich bin der Ole. Ich war beim ersten Tramprennen 22 Jahre alt. Und ich mag und mochte Möhren. Trotzdem habe ich mittlerweile eine Brille.

 

Ist euch beim ersten Tramprennen was richtig abgefahrenes passiert?

Ne, gefahren? Dazu fuhren wir zu selten. Wir standen oft und nahmen uns unverhofft viel Zeit für einzelne Dörfer, aus denen wir einfach nicht weg kamen und stattdessen stundenlang im Kreis fuhren. Die Locals hatten ja immer ihre Tipps, wo der beste Spot sein könnte. Oft einen Ort weiter. Da fuhren wir also hin. Die neuen Locals hatten wieder andere Tipps, manchmal war das auch einfach der Spot, von dem man gerade kam. Als unerfahrener Tramper ist man ja sehr vertrauensseelig. In Siegburg, das ist irgendwo bei Bonn, sind wir glaube ich dreimal hin und hergefahren. Zwischen Autobahnauffahrt, Bahnhofsparkplatz, Auffahrt, Supermarktparkplatz, Auffahrt. Der Ablauf war immer gleich: Aussteigen, halbe Stunde Daumen neben vorbei rauschende Autos halten. Dann: “Mist, auch kein geiler Spot.” Schließlich meinte Kai nach mehreren Stunden in diesem Siegburg nur so: “Ole, lass uns ein Taxi nehmen!” Damit fuhren wir zur nächsten Raste in ein paar Kilometern Entfernung. Da warteten wir genau 5 Minuten und sausten mit 200 Sachen gen Etappenziel. Tat gut.

 

Was war früher anders und warum ist heute alles besser ;-) ?

Erstmal war es einfach neu. Natürlich. Wie heute für jeden, der das erste Mal trampt. Man saß das erste Mal bei einem Geschäftsmann vorn in der Business-Karosse, man landete das erste Mal abends bei einem Host, den man erst kurz vorher kennenlernte. Es war die erste Nacht vor einem Mauthäuschen im italienischen Nirgendwo. Und es war eine Premiere, plötzlich doch wegzukommen, obwohl man sich auf’s Übernachten neben der Autobahn eingestellt hatte.

Sowas wie Google Maps auf dem Smartphone hatte man 2008 nicht. Wenn man fest saß und dieses Kaff nicht im Großen Falk-Autoatlas Europa mit Maßstab 1:30 Millionen war, der mit jedem Kilometer stärker zerfleddert aus dem Rucksack guckte, dann stand man irgendwo in Terra Incognita. Hitchwiki druckte man sich vorher aus. Man musste dann unterwegs einfach hoffen, nicht vom Lift in einem Ort abgeliefert zu werden, dessen Eintrag nicht aus dem Drucker in die Mappe gerutscht war. Den Ticker hatten wir auch noch nicht, und weil das mit dem Roaming so scheiße teuer war, blieb das Handy die meiste Zeit aus. Einige werden sagen: geile Zeit. Aber natürlich hat ein Smartphone gerade für’s Trampen, bei dem man auch zielgerichtet ankommen will, seine Vorzüge.

 

Trampt Ihr noch? Wieso (nicht)?

Schon dann und wann mal. Ich war gerade im Frühjahr eine Woche trampend in Frankreich. Das war verdammt cool und dieser Spirit des Reisens per Anhalter ist wirklich schön. Leute treffen, von denen man sonst nie Notiz genommen hätte. Langsames, aber sehr bewusstes Vorankommen. Im Alltag trampe ich ehrlich gesagt weniger als früher. Da finde ich es einfach schön, wenn ich mich einfach in einen Zug packe und halbwegs zuverlässig nach Fahrplan am Ziel ankomme. Und nicht mit Pech stundenlang im Regen eine Pappe trocken halte oder die Nacht auf der Raste statt im Bett verbringe.

 

Was sagen eure Mütter dazu?

Also, ich hab damals meiner Mutter gesagt: “Ich gehe jetzt trampen nach Spanien.” Und sie so im Bewusstsein, eh nichts ausrichten zu können: “OK, aber komm heil zurück.” Eingehalten! Heute ist sie, glaube ich, damit ohnehin nicht mehr zu schocken.

 

Dieses Jahr geht’s ins Baltikum. Kommt ihr da nochmal mit?

Ne, leider nicht. Nächstes Jahr vielleicht nochmal. Oder kurz am Ziel für 3-4 Tage vorbeischauen. Mal sehen!

 

Was wäre euer Lieblingsziel fürs Tramprennen?

Gibraltar? Istanbul? China? Vielleicht etwas zu exotische Ziele, aber geil wäre es schon.

 

Habt ihr als “alte Hasen” noch Tipps und Tricks für Newbies?

Einfach machen und probieren. Viel wird nicht schiefgehen und wenn – aus Fehlern lernt man idealerweise.

 

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